Unfall und Schadenabwicklung

Das Gespräch mit dem gegenerischen Versicherer

Dieses Thema ist sehr komplex und deshalb schwer mit nur wenigen Worten zusammenzufassen. Daher investieren Sie bitte 5min – Sie erhalten einen vollumfänglichen Einblick und sparen nerven, Zeit und Geld.

Die tägliche Praxis bei einem Unfall…

…die vom Unfall geschädigte Person (Haftpflicht- oder Kaskoschaden) ruft bei dem Versicherer an und möchte den weiteren Verlauf wissen und ggf. Ansprüche geltend machen. Damit auch „wirklich alles gut verläuft und jeder zufrieden ist“, neigt man schnell, anstandslos das zu machen, was der Versicherer vorschreibt. Der Versicherer hat jedoch ausschließlich die eigenen Interessen im Fokus und berät den Anrufenden oft wie folgt:

(Achtung: Die Angaben sind Beispiele, wie es aus unserer Erfahrung in der Praxis ablaufen kann.)

Aussage Versicherer

„Wir haben gleich eine Partnerwerkstatt für Sie.“ oder Auskünfte wie: „Wir machen das alles für Sie! Wir haben auch einen Hol- und Bringservice für Ihr Fahrzeug.“

Was sich dahinter verbirgt:
Das Ziel des Versicherers ist einzig und allein Geld einzusparen. Aus diesem Grund gibt es Werkstätten, die in Koorperation mit dem Versicherer zusammenarbeiten. Sonderkonditionen im Bereich Lohn-, Lack- und Ersatzteilpreise sind die üblichen Dinge. Diese Werkstätten haben in der Regel wenig mit dem Hersteller des beschädigten Fahrzeugs zu tun. Wie die Reparatur erfolgt (nach Herstellerrichtlinien) und ob der Betrieb auch tatsächlich qualifiziert ist, ist daher die fraglich. Vertragswerkstätten arbeiten nach den Vorgaben des Versicherers und das oft zum Nachteil des Unfallgeschädigten. Schnell läuft man Gefahr, dass eine minderwertige Reparatur durchgeführt wird, die nicht langfristig haltbar ist. Folgeschäden sind zu erwarten und sie bekommen davon nichts mit, erst dann wenn es zu spät ist.

Aussage Versicherer:

„Wir schicken Ihnen einen Gutachter vorbei…“

Was sich dahinter verbirgt:
Der Gutachter wurde von dem Versicherer beauftragt. Auch hier ist es ähnlich wie mit den Vertragswerkstätten. Das Gutachten erfolgt unter Auflage des Versicherers. Unfallbedingte Wertminderung, Kostenpauschalen usw., die Ihnen zustehen, werden ggf. zu wenig oder gar nicht berücksichtigt. Da der Auftraggeber (der Versicherer) Geld einsparen möchte.
Aussage Versicherer:
„Das Gutachten müssen Sie dann aber selbst bezahlen.“ oder „Wir prüfen die Kosten und Sie müssen ggf. selbst bezahlen“.
Was sicher dahinter verbirgt
Bei einem Haftpflichtschaden (Ihnen hat jemand einen Schaden zugefügt), haben Sie die Wahl des Sachverständigen und die Kosten werden von dem Versicherer im Normalfall übernommen.

Versicherer:

„Die Haftung ist geklärt, Sie benötigen keinen Anwalt.“ oder „Die Kosten für eine Anwaltskanzlei tragen Sie selbst.“

Was sich dahinter verbirgt:
Erstens: Bei einem Haftpflichtschaden muss der Versicherer die Kosten übernehmen. Jedoch auf die Frage der Haftung kommt es im Normalfall nicht an. Es geht immer um die Gesamtheit Ihres Schadenersatzanspruchs (Wertminderung, Mietwagen, Kostenpauschale usw.). Die Strategie des Versicherers ist zunächst unbekannt. Der Versicherer kann eine unsichtbare Schlinge legen.
Zweitens: Der Versicherer betreibt in seinem Haus ebenfalls eine Rechtsabteilung. Dieser kann und wird er sich frei bedienen, um für sich selbst die meisten Kosten einzusparen. Seien sie sich dem immer bewusst.

Praxistipp: Sollte es doch um die Haftungsfrage gehen, empfiehlt es sich Ihre Rechtschutzversicherung zu aktivieren.